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Definition eines Phänomens
ZUR EINORDNUNG EINES NOCH JUNGEN HANDELS-BEGRIFFS

Was ist eigentlich ein Convenience-Shop? Diese Frage begleitet unser Magazin schon seit Beginn seines Erscheinens. Mitte er neunziger Jahre gab es einfach keinen Fachbegriff für dieses Handels-Phänomen. Bis dahin liefen die Shops schlicht unter Bezeichnungen wie „Non-LEH“ oder „alternative Vertriebskanäle“. Das wäre wohl auch so geblieben, wenn nicht die Verbraucher selbst mit ihrem veränderten Kaufverhalten dafür gesorgt hätten, dass hier Umsatzgrößen entstanden sind, die einfach nicht mehr ignoriert werden konnten. Als dem Phänomen etwa Mitte der 90er Jahre erstmals intensiv auf den Grund gegangen wurde, stellte sich zur Überraschung der gesamten Food-Branche heraus, dass schon damals dieses Geschäft einen Umsatz von etwa 25 Mrd. Mark repräsentierte. Das Convenience- Geschäft ist vielseitig, so die weitere Erkenntnis, aber Kernmärkte sind Tankstellen-Shops, Raststätten-Shops, Bahnhofs- Shops und begehbare Kioske.
Das Erfolgsrezept dieser Stores bestand und besteht darin, dass es die Shops ihren Kunden beim Einkauf durch bestimmte Vorteile besonders bequem machen. Das kommt dem modernen Lebensgefühl der Verbraucher entgegen, die sich mehr zeitliche Flexibilität, Schnelligkeit und Erreichbarkeit wünschen. Den Begriff Bequemlichkeit allerdings als Fachbezeichnung zu verwenden, machte wenig Sinn, weil es die falsche Botschaft gewesen währe, diese neuen positiven besetzen Trend mit einem in Deutschland eher negativ besetzen Begriff zu verbinden. Außerdem gab es im europäischen Ausland und in Übersee bereits den Begriff Convenience-Shops.
Für den deutschen Markt wurden damals schließlich Maßstäbe festgelegt, die prinzipiell auch heute noch ihre Geltung haben: Convenience-Shops verfügen etwa über eine Verkaufsfläche bis 300 qm. Sie bieten ein breites aber flaches Sortiment mit 250 bis 3.000 Artikeln. Wesentliche Säulen dieses Sortiments sind Tabakwaren, Getränke, Süßwaren, Presse und Snacks. Die Shops sind gut erreichbar, liegen auf dem Weg – an Straßen, Autobahnen, in Bahnhöfen oder in Wohngebieten und Innenstädten. Sie bieten längere Öffnungszeiten als der traditionelle Handel, reizen ihre Kunden mit übersichtlicher und effektiver Gestaltung zum Impuls-Kauf und sorgen für schnelle Abläufe. Außerdem bieten sie „One-Stop-Shopping“, was bedeutet, dass der Kunde nur ein Geschäft besuchen muss, um Bedürfnisse in ganz unterschiedlichen Bereichen (Handel, Gastronomie, Dienstleistung) befriedigen zu können.


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